Resonanz – Kraft der Gedanken, Emotionen und Gefühle » Discussions

"richtig" positiv denken?

28. February 2012
16:34:50 CET
Wie erreicht man seine Ziele am ehesten - ein paar Beispiele:

Beispiel 1:

In einer Studie von Lien Pham und Shelly Taylor von der University of California bat man eine Gruppe von Studenten, jeden Tag einige Minuten lang zu visualisieren, wie sie bei einer kommenden Prüfung eine gute Note bekämen. Vor ihrem geistigen Auge sollten sie ein klares Bild formen und sich vorstellen, wie herrlich sie sich dann fühlen würden. Außerdem sollten sie die Zahl der Stunden aufschreiben, die sie jeden Tag für ihr Studium aufwendeten. Danach wurden die Endnoten überprüft.

Obwohl die Tagtraumübung täglich nur wenige Minuten dauerte, hatte sie einen signifikanten Einfluß auf das Verhalten der Studenten: sie brachte sie dazu, weniger zu lernen und bei der Prüfung schlechtere Noten zu bekommen als die Kontrollgruppe!

Beispiel 2:

Gabriele Oettingen und Thomas Walden baten Frauen, sich während eines Programms zur Gewichts-Reduktion bildlich vorzustellen, wie sie in verschiedenen Szenarien der Versuchung einer leckeren kalorienreichen Mahlzeit ausgesetzt würden. Die Teilnehmerinnen mußten angeben, wie sie sich in ihrer Phantasie dann wohl verhalten würden.

Einige Frauen hatten sehr positive Vorstellungen von sich und meinten, sie würden tapfer auf die verführerischen Kuchen, Eiscremen, Pizzen etc. verzichten. Andere Teilnehmerinnen schätzten sich negativer ein und befürchteten, daß sie den Versuchungen nicht widerstehen könnten.

Nach einem Jahr hatten die Teilnehmerinnen mit positiven (Verzichts-)Vorstellungen über sich im Durchschnitt 26 Pfund weniger abgenommen als die anderen!

Beispiel 3:

In weiteren Studien wurde ermittelt, daß folgende Selbst-Motivationen entweder gar keine Auswirkungen oder sogar Verschlechterungen gegenüber Kontrollgruppen bewirkten:
* Konzentration auf eine Person, die man für ihre Leistung bewundert
* sich die schlimmen Folgen vorstellen, die geschehen werden, wenn man das Ziel nicht erreicht
* sich bemühen, negative, nutzlose oder in Versuchung führende Gedanken zu unterdrücken
* sich auf die Kraft des eigenen Willens verlassen
* darüber zu phantasieren, wie herrlich das Leben sein wird, wenn das Ziel erreicht ist

Empfohlen wurden stattdessen folgende Maßnahmen, die sich als erfolgreich erwiesen:
* einen konkreten Plan mit mehreren Schritten zum Ziel erstellen
* den eigenen Freunden nachdrücklich von seinen Zielen erzählen und sich unterstützen lassen
* sich für eine Checkliste realistische Ziele und Auswirkungen vorstellen
* die Fortschritte aufzeichnen, z.B. in einem Tagebuch
* sich selbst für Fortschritte auf das Ziel hin belohnen

Quelle: aus dem Buch "Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern" von Richard Wiseman, Fischer Verlag
27. July 2012
20:49:30 CEST
Eine Studie von Joanne Wood der University of Waterloo ergab 2009 negative Effekte von positiver Auto-Suggesion:

Autosuggestion soll wahre Wunder bewirken. Man müsse sich nur auf Sätze wie "Ich bin eine liebenswerte Person" konzentrieren, und schon gelinge das Leben, empfehlen diverse Ratgeber. Doch das sogenannte positive Denken kann auch kontraproduktiv sein.

Ausgerechnet Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein, denen die Technik eigentlich helfen soll, hilft es nicht, wenn sie sich immer wieder einreden, eine liebenswerte Person zu sein. Sie fühlen sich sogar schlechter als ohne die Selbstsuggestion ... Bei den Teilnehmern mit gering ausgeprägtem Selbstbewusstsein verschlechterte das Aufsagen des Satzes "Ich bin eine liebenswerte Person" messbar die Stimmung, den Optimismus und die Bereitschaft, an Aktivitäten teilzunehmen. Leute mit gutem Selbstbewusstsein profitierten dagegen zwar leicht von der Autosuggestion, der Effekt war jedoch nicht besonders ausgeprägt.
...
Die Forscher deuten das Ergebnis so: Vermutlich habe der Satz bei denjenigen, die ohnehin schon an sich zweifelten, Beispiele des eigenen Verhaltens ins Gedächtnis gerufen, die überhaupt nicht der Aussage entsprachen. ... Dadurch entstehe unbewusst ein Widerstand.
...
Die Ergebnisse zeigten, dass gerade diejenigen, die eine Verbesserung ihres Selbstwertgefühls am nötigsten bräuchten, am wenigsten von derartigen Techniken profitieren, so das Fazit der Forscher. Es sei konstruktiver, konkretere Statements zu verwenden wie etwa "Ich bin gut darin, schöne Geschenke auszusuchen", die dem eigenen Charakter entsprechen, als sehr allgemeine Formulierungen wie "Ich bin eine großzügige Person".

Quellen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/missglueckter-psychotrick-schlecht-fuehlen-mit-positivem-denken-a-634510.html
und http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/304978

Barbara Ehrenreich. Die US-Bestsellerautorin beschreibt in ihrem aktuellen Buch „Smile or Die: wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt“, warum positives Denken nur der Milliardenindustrie nützt, aber nicht uns. ... Ehrenreich beginnt mit der Frage, warum die Amerikaner ein so „überdurchschnittlich positives“ Volk sind, aber weit davon entfernt seien, überdurchschnittlich zufrieden zu sein. Die äußere Haltung und die innerliche Realität laufen weit auseinander.
...
Die Autorin beginnt ihre Argumentationskette mit der dramatischen Lebensgeschichte einer Krebskranken, die sich dem „Zwang“ des positiven Denkens widersetzt hat. ... Die Patientin hatte zwischenzeitlich sehr unter ihrem Unvermögen gelitten, entgegen der Ratschläge vieler vermeintlicher Helfer positiv zu denken. Das hat sie „ebenso belastet wie die Krankheit an sich“, schreibt Ehrenreich.
...
Auf den folgenden 250 Seiten nimmt Ehrenreich diese Haltung Stück für Stück auseinander, erforscht ihren Ursprung in der Geschichte und erläutert, wie kommerzialisiert die Ideologie ist. Und welche gigantischen Folgen sie bisher hatte. Laut Ehrenreich sei auch die Finanzkrise entstanden, weil zu viele Menschen zu ideologisch positiv dachten. Es würde schon immer so gut weiterlaufen.
...
Die Alternative sei nicht Verzweiflung, schreibt Ehrenreich. Natürlich sei negatives Denken genauso schädlich wie positives. Man solle „heraustreten und die Dinge so sehen, wie sie sind“. Schließlich entwickle sich die Welt ohne Rücksicht auf unsere Gefühle nach „Algorithmen von Ursache und Wirkung“. Auch wenn Realismus inzwischen „altmodisch“ geworden sei – hier liege der beste Weg.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/strategie/barbara-ehrenreich-warum-positives-denken-dumm-macht/3553986.html und http://www.amazon.de/Smile-Ideologie-positiven-Denkens-verdummt/dp/3888976820/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1343414527&sr=1-1

"Positives Denken macht krank!" Der Psychotherapeut Dr. Günter Scheich zeigt in seinem Buch an einer Reihe von Beispielen, warum die zahlreichen Heils- und Erfolgsversprechen gar nicht eingelöst werden können und daß sie antriebsarmen, ängstlichen oder depressiven Menschen zum Schaden gereichen.
...
"Das '"positive Denken' ist eine ausgesprochen totalitäre Methode, die den Menschen in die Verkrampfung führt, weil er sich einem Motto unterwerfen soll, das nicht zu realisieren ist. ... Es handelt sich hier um die Diktatur des optimistischen Denkens, um die Diktatur der Ideale und des Erfolgs, des Reichtums, der Schönheit und des Könnens, des Gewinnens, des Gutseinmüssens - hier haben wir eine Welt, wie George Orwell sie beschrieben hat, vor Augen.
...
Bei dieser Form von "Therapie" handelt es sich um nichts anderes als ein Zwangssystem. ... In der Konsequenz ist dies ein Versuch der Gehirnwäsche. Denn im Grunde genommen wird der Leser seiner Identität, seinere Persönlichkeit beraubt. Seine Erfahrungen und seine Geschichte, alles, was ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist, wird ihm weggenommen

Quelle: http://www.amazon.de/Positives-Denken-Schwindel-gefährlichen-Erfolgsversprechen/dp/3821805048/

„Und vergiss nicht, Bürger, der Computer ist dein Freund und Glücklichsein ist Pflicht! Unglücklich sein bedeutet Verrat. Verrat wird mit Terminierung geahndet." - aus "Paranoia", einem "Pen&Paper-Rollenspiel". http://de.wikipedia.org/wiki/Paranoia_(Rollenspiel)
27. July 2012
21:21:35 CEST
Die Diktatur der guten Gefühle

Positives Denken: Die Lüge vom Paradies auf Erden

Erfolg, Glück, Reichtum und immerwährende Harmonie, so lauten die Schlagworte, mit denen die Vertreter des Positiven Denkens ihre Anhänger ködern. Der Psychotherapeut Dr. Günther Scheich weiß da anderes zu berichten: Er kam in seiner Praxis mit zahlreichen Patienten in Berührung, die die harte Schule des "positiven Denkens" durchlaufen hatten. Sie alle suchten ihn als Opfer auf - der maßlose Glücksanspruch in Verbindung mit hohem Erfolgsdruck hatte Versagensängste geschürt, Verdrängungsmechanismen verstärkt und neue Konlifkte hervorgerufen. Denn statt realitätsbezogener Skepsis setzt das "Positive Denken" auf einfache Heilsversprechungen - denk dir eine schöne Welt herbei und schon ist sie da.
...
Eine Autosuggestion fällt, wenn überhaupt, nur auf fruchtbaren Boden, wenn verschiedene andere Komponenten mit einbezogen sind. Gefühl, Erfahrung und Überzeugung müssen dahinterstehen - Wille und Unbewußtes stehen in sehr komplexem und oft nur in mühseliger therapeutischer Arbeit zu entflechtendem Zusammenhang. ... Diese Arbeit klammern die Selbsthilferatgeber des Positiven Denkens aus. Sie versprechen einfache und klare Lösungswege, ein "Cogito ergo sum" , das praktisch jede Bedingtheit ausklammert und dem Denken eine Art Allmachtstellung verleiht. Und sie gehen sogar noch weiter: Nicht nur momentane Konfliktsituationen können kraft positiver Gedanken entschärft, das heißt verdrängt werden.
...
Quelle: http://suite101.de/article/g-scheich-positives-denken-a43690

Optimismus, der vollkommen realitätsfern ist, ist schädlich für uns.

Jim Collins erzählt in seinem Buch „Der Weg zu den Besten“ eine sehr lehrreiche Geschichte von Admiral James Stockdale, der 7 Jahre in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft verbrachte und dort regelmäßig gefoltert und geschlagen wurde. Auf die Frage von Collins, wie er es schaffte zu überleben, antworte er:

"Ich habe nie den Glauben an ein gutes Ende verloren. Und ich war fest davon überzeugt, rauszukommen und am Ende sogar als “Sieger” dazustehen. Ich wusste, dass die Erfahrung später zum Schlüsselerlebnis in meinem Leben werden würde."

Collins fragte weiter, wer nicht überlebte.

"Das ist einfach, die Optimisten. Das waren diejenigen, die gesagt haben, „Bis Weihnachten sind wir wieder zu Hause.“. Und als Weihnachten vorbei war, hofften sie auf Ostern und dann Thanksgiving. Und schließlich war schon wieder Weihnachten. Sie starben an einem gebrochenen Herzen."
...
Positives Denken reicht nicht!
...
Es geht stattdessen darum, einen gesunden Optimismus zu entwickeln, der auf einer positiven Lebenseinstellung basiert, die Realität aber nicht aus den Augen verliert.
...
Ein realistischer Optimist ist ein Mensch, der nicht glaubt, dass alles zu seinem Besten passiert, sondern der versucht, das Beste aus den Geschehnissen zu machen.

Quelle: http://www.beyourbest.de/erfolgsgrundsaetze/die-wahrheit-uber-optimismus-und-erfolg/

Hirnforschung - Warum positives Denken Schmerzen lindert

Die für die Erwartung eines Schmerzes und die für die tatsächlich erlebte Schmerzstärke zuständige Hirnregion arbeiten eng zusammen. Deshalb tut es umso weniger weh, je schwächer ein Schmerzreiz in der Erwartung ist. ... Die Forscher um Tetsuo Koyama trainierten nun Versuchspersonen darauf, eine gewisse Schmerzstärke in Zusammenhang mit der Zeitdauer zu bringen, bis sie den Schmerz spürten. Der Schmerz in Form von Hitze war dabei umso stärker, je länger die Probanden auf ihn warten mussten

Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/257242.html

23. August 2012
16:47:42 CEST
Zuallererst möchte ich noch einmal vorausschicken, daß ich mindestens 2-3 Jahre lang mit voller Ernsthaftigkeit und Überzeugung positives Denken praktiziert habe. In der festen Erwartung entsprechender Ergebnisse und das keineswegs zaudernd oder "insgeheim" zweifelnd.

Daraufhin machte ich eine Handvoll schöne Erfahrungen, bei denen ich zunächst fest überzeugt war, daß sie auf mein "positives Heranziehen" zurückzuführen waren. Nicht alle verliefen nach einem ersten Hochgefühl aber auch weiter so erfreulich. Und als ich langsam durch die doch sehr überzogenen "Heilsversprechen" einiger Positiv-Denken-Bücher mißtrauisch geworden, anfing, genauer nachzudenken, stellte ich fest, daß die Ergebnisse vielmehr auf meine "ganz normalen" Aktivitäten zurückzuführen waren und auch ganz ohne zusätzliches positives Denken zustande gekommen wären... Seither bin ich Zweiflerin.

Dazu möchte ich noch einmal bekräftigen, daß ich mich seinerzeit wirklich sehr, sehr ernsthaft und - wenn man so sagen möchte - "gläubig" mit dem Thema beschäftigt habe. Nicht, daß ihr mir unterstellt, ich hätte es ja nur nicht "richtig" gemacht... Das hättet ihr vielleicht gern; aber mit solcherlei Ausreden ist niemandem geholfen! Ich weiß schon, daß jeder, der von etwas felsenfest überzeugt ist, alle möglichen Begründungen finden wird, warum seine Theorien (denn es SIND nur Theorien, nicht mehr!) TROTZDEM richtig sein MÜSSEN, auch wenn alles mögliche damit schiefgeht und erdrückend viele Beweise dagegen sprechen -_- Ich hoffe, ihr seid klüger.

Von dieser "Positiv-Denken"-Phase meines Lebens hab ich noch immer einen Riesenstapel Bücher "übrig". Darunter das Findhorn-Buch "Du kannst mit Engeln sprechen" von Dorothy Maclean, das mich damals auf die "Spur" gebracht hat und mich überzeugte, daß man mit festem Glauben tatsächlich nicht nur Heilung bewirken kann (hatte schon positive Erfahrungen mit Kim da Silva - Übungen), sondern auch positive Lebensumstände und sogar materielle Dinge heranziehen können müßte.

Danach las ich so gut wie alle Seth-Bücher, die oftmals über Glaubenssätze referieren und gelegentlich den Eindruck vermitteln, daß man durch eben diese die gesamte persönliche Realität erschafft. Ich erinnere mich an ein Zitat, das besagt, daß Kinder durchaus in einer gewissen Weise recht haben, wenn sie annehmen, daß die Welt vor ihrer Geburt nicht existiert hat.

Zudem wühlte ich mich durch Bücher, die direkt alles über positives Denken "erklärten" (jeder allerdings zum Teil extrem andersartig und oft widersprüchlich), darunter "Glück ist kein Zufall" (eine Zusammenstellung von Beiträgen der bekanntesten Positiv-Denken-Autoren), Bücher von Dr. Joseph Murphy (z.B. "Die Macht Ihres Unterbewußtseins"), Patricia L-Mischell ("Denk positiv!"), Erhard F. Freitag ("Kraftzentrale Unterbewußtsein, Hilfe aus dem Unbewußten"), Kurt Tepperwein ("Selbstheilungskräfte aktivieren, Gesundheit durch richtiges Denken" und andere, z.B. "die geistigen Gesetze, erkennen, verstehen, integrieren"), David J. Schwartz ("Die Wunderwirkung großzügigen Denkens, wie Sie wagen können, "groß" zu denken und zu handeln"), Norman Vincent Peale ("Begeisterung wirkt Wunder, wer positiv denkt, lebt besser"), Raymond Hull ("Alles ist erreichbar, Erfolg kann man lernen"), von Catherine Ponder ("die Heilungsgeheimnisse der Jahrhunderte, die 12 Geisteskräfte des Menschen", sowie "die dynamischen Gesetze der Heilung") und andere.

Auch "Wunscherfüllungsbücher" habe ich selbstverständlich verschlungen - zusätzlich zu den überall üblichen Denk-Vorschlägen in so gut wie jedem einzelnen 2Lichtarbeiter"-Buch. Darunter z.B. "Bestellungen beim Universum, ein Hanbuch zur Wunscherfüllung" von Bärbel Mohr, "Wunscherfüllung, die 22 Methoden" von Esther / Jerry Hicks, oder "Schöpferische Macht, ein Wunscherfüllungsbuch für Lichtarbeiter" von Anne Brewer, die dieses Thema sehr direkt angehen.

Und ich übte und übte; jede erdenkliche Abart des "Heranziehens" und "Herbeiwünschens", erzeugte alle möglichen Gefühle und sinnlichen Vorstellungen, hängte mir Collagen meiner Wünsche auf, schrieb Listen, arbeitete an meinen Glaubenssätzen / unterbewußten Mustern dazu wie besessen, bat das Universum und alle möglichen Wesen um Unterstützung, usw.

Wie gesagt hatte ich auch durchaus positive "Ergebnisse" - von denen ich heute allerdings heftig bezweifle, daß sie auch nur irgendwas mit dem positiven Denken an sich zu tun hatten. Denn ich hatte genauso positive Erfahrungen, als ich noch nicht oder nicht mehr auf dem Trip war, alles Positive auf das Denken zurückzuführen und alles Negative im Leben nach Möglichkeit schönzureden, um nur brav immer "positiv" gestimmt zu bleiben, damit das auch tief ins Unterbewußtsein eindringen möge.

Und ich hatte auch in dieser Zeit der positiven Begeisterung durchaus negative Erlebnisse - so wie halt auch sonst, davor und danach, in meinem Leben. Nur mußte ich mir von meinen damaligen "Freunden" auch noch zusätzlich vorwerfen lassen, daß ich an diesem neuen Unbill selbst schuld sei, weil ich ja nur nicht richtig gedacht/gefühlt/"manifestiert" hätte, nicht genug fest daran geglaubt hätte, es im Inneren (Unterbewußtsein) sogar abgelehnt hätte, etc :( Wodurch ich mich am Ende sogar noch schlechter fühlte als früher...
23. August 2012
16:54:15 CEST

Der einzige Unterschied zwischen den Erfahrungen während meiner "positiv-Denken"-Phase und meinem "normalen Leben" davor und danach war bei genauerem Hinsehen, daß ich während der Zeit des "positiven Denkens" emotionell "besser drauf" war. Jedoch nicht körperlich (!), denn an meinen chronischen Krankheiten hat das nicht gerüttelt. Nur emotionell eben - durch Einstellungen, Gedanken und Vorstellungen, die körpereigene Glückshormone erzeugten, wie es auch oft das Ziel dieser Übungen und des Gedankentrainings ist.

Es heißt nun zwar, daß eben dieser Hormoncocktail Schmerzen lindert und sogar Krankheiten heilt, allerdings kann ich das aus meiner Erfahrung heraus absolut nicht bestätigen. Vielleicht hat das damit zu tun, daß bei mir die Produktion und Aufnahme von Analgetika wie Endorphin, Serotonin, Oxytozin, Neurotensin, Prostaglandin oder Bradykinin (körpereigene Opiate) grundlegend gestört ist, was auch Teil meiner chronischen Krankheit ist. Deswegen habe ich noch kein "High" erlebt, maximal eben eine gewisse gute Stimmung.

Andere Menschen erleben das daher freilich individuell unterschiedlich. Man kann durchaus durch positives Denken richtig "high" werden - wie auch beim enthusiastischen Gospel-Singen im Gottesdienst, bei manchen Trancezuständen im Schamanismus, beim Runners High, Rower's High, Sex, Fasten, oder während Rauschzuständen - leider auch durch Alkohol, harte Drogen und Medikamente, vornehmlich sogenannte "Happy Pills"...

Genau das macht mir aber auch Sorgen. Ist es bei solchen positiven Gefühlsüberflutungen noch ein Wunder, daß manche Menschen von diesem "Positiv-Denken-Trip" gar nicht mehr runterkommen wollen, auch wenn er eigentlich gar nicht stimmen sollte? Weil es sich für sie so dermaßen erhebend anfühlt wie ein Drogenrausch und sie davon nicht lassen können? Ist doch kein Wunder, wenn sie das alles dann mit Zähnen und Klauen verteidigen und alles Gute in ihrem Leben darauf zurückführen, auch wenn der Zusammenhang zwischen ihrer Einstellung und ihrem Leben/ihren "Ergebnissen" in keinster Weise ersichtlich ist.

Meine Dialoge mit zahlreichen "Lichtarbeitern", die ich seither geführt habe, auch hier über Momanda, haben mich nur noch weiter weg vom positiven Denken geführt - sie haben mich regelrecht abgeschreckt! Zumeist können gar keine positiven Erfahrungen als Beweise angeführt werden. Im Gegenteil sind fast alle dieser Menschen sogar außergewöhnlich gesundheitlich beeinträchtigt und/oder in anderen unglücklichen Umständen (wie z.B. extremer Armut), die sie permanent schönreden. Für mich ist das nur erschreckend. Die paar positiven Erfahrungen, die sie machten, sind sehr gut durch ganz andere Aktionen erklärbar, die sie gesetzt haben (z.B. eben die ganz normale Partner-/Arbeitssuche wie sie jeder macht oder daß sie selbst etwas einkaufen waren) bzw. hören sich für mich manchmal wie die ganz "gewöhnlichen" Zufälle des Lebens an - besonders, wenn ich teils ganz dasselbe erlebt habe, ohne dafür positiv gedacht zu haben...

Noch schockierender finde ich jedoch das ungefilterte, ungeprüfte Wiederholen der theoretischen Behauptungen sehr zweifelhafter Glücksbücher-Autoren im Original-Wortlaut, die ncihtmal Heilerfolge nachweisen können - und das auch noch mit all deren extremen Widersprüchen darin, wo sie dasselbe einmal kritisieren, später aber wiederum loben und empfehlen und umgekehrt. O_o Lest euch die Bücher doch bitte einmal aufmerksam durch, dann werdet ihr das auch bemerken.

Ja, es gab auch Ereignisse bei diesen Menschen, die ich kenne, die gewissermaßen "wunderbar" erscheinen. Auch bei mir gab es solche wunderbar positiven Erlebnisse - in Zeiten, in denen ich NICHT positiv gedacht habe.

Zur Zeit funktionieren beispielsweise meine geistigen Heilweisen ganz hervorragend, bei denen ich feinstoffliche Wesenheiten um Heilung bitte. Ohne daß ich positiv denke, ohne daß ich daran glaube(n muß). Im Gegenteil passiert Heilung sogar oft dann, wenn ich gerade sehr zweifle, und häufig genug nicht, auch wenn ich sie aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen fest erwarte.

Ich bin im übrigen auch sonst nicht placebo-anfällig, wie ca. 25-60% der Studienteilnehmer von Placebo-Studien. Also wirkt "Glaube", "Erwartung" etc. eben NIE bei allen Menschen, was empirisch dutzendfach erwiesen ist. Während hingegen Placebos bei bestimmten Menschen auch dann "funktionieren", wenn diese wissen, daß es nur wirkstofflose Zuckerpilllen sind. Glaube kann also nicht alles sein.

Da ich jedoch oft genug erfahren habe (in den letzten 10 Jahren fast täglich!), daß mir von der feinstofflichen Welt bei bestimmten Dingen nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen geholfen wird, gehe ich davon aus, daß man durchaus von diesen Helfern auch bestimmte Wünsche erfüllt bekommen kann - nur eben nicht "alle".

Mir wurde durch den kinesiologsichen Muskeltest "durchgegeben", daß auch ein fest gehegter Wunsch - besonders, wenn er ausgesprochen wird - von unseren feinstofflichen Helfern als Bitte verstanden wird. Tatsächlich wird das durch unsere Experimente zum feinstofflichen Heilen bestätigt - mein Lebensgefährte beispielsweise bittet auch nicht, er gibt seinen Heilungsauftrag formelartig weiter: "Heilung der Gefühlsblockaden im Oberbauchbereich, Auflösung der feinstofflichen Waffenreste in der Ätheraura", und solche Formulierungen eben.

Manche Wünsche, die erfüllbar sind, werden dieser Aussage zufolge freundlicherweise von unseren geistigen Helfern erfüllt... Das ist eine alternative Theorie, die nun genauso "paßt" (oder sogar besser in meinen Augen, besonders mit Untermauerung durch Beweise durch geistige Heilweisen und heilende Gebete, von denen ihr sicher auch schon genügend wißt), wie die Theorie des angeblichen Erschaffens der (persönlichen) Realität durch Gedanken/Glaube/Gefühle/Muster, die keineswegs so bestätigbar ist...

Denn ich möchte in dem Zusammenhang noch immer sehr gern wissen, wie eine angebliche vollständige Rundum-Erschaffung der Realität denn bitte bei Babys, Kleinkindern, Tieren etc. funktionieren soll; und warum diese sich ausgerechnet dieselbe "objektive Realität" wie wir anderen auch manifestieren, oder sogar tödliche Krankheiten, ein Leben voller Hunger in der dritten Welt, Mißhandlungen durch ihre Eltern, usw.

Und wo bleiben denn bitte bei dieser "Gedanken-erschaffen-die-Realität"-Theorie nun all die anderen Dinge, über die geistige Heiler Erfolge verzeichnen? Gibt es denn nichts mehr außer "Denken" / Glauben oder ähnlichem? Was ist mit Karma? Mit Lebensaufgaben, feinstofflichen Einflüssen auf die Aura, Verbindungen zwischen Menschen/Familienmitgliedern und geistigen Wesenheiten?

23. August 2012
16:54:39 CEST
Fazit:

Tut mir leid, aber für mich ist es absolut KEINE Tatsache, daß ich "das bin, was ich gestern/früher von mir gedacht habe". Ich habe mich sogar vollkommen anders entwickelt, als ich mir vorgestellt oder erwartet hatte. Sowohl vom Aussehen her (ich konnte mir als Kind nicht vorstellen, wie ich als Erwachsene aussehen würde und habe nie daran gedacht), aber auch von meiner Gesundheit her, meiner Arbeit, meinen Hobbies, meiner Lebensweise, meiner Beziehung, meiner Wohnung, meinen Haustieren, meinem Auto oder sonst irgendwas.

Im Gegenteil hatte ich jahrelang viele Vorstellungen, die nicht wahr wurden und habe mich gedanklich mit ganz anderen Themen beschäftigt, aus denen dann doch nie etwas wurde.

Ich habe auch in meinem jetzigen Leben nicht das, worüber ich bisher nachgedacht habe. Es ergeben sich sogar sehr häufig ganz unerwartete Veränderungen in diesen Plänen, manche Anschaffungen wurden trotz langer Beschäftigung damit obsolet, andere kamen rein zufällig als Geschenke, andere wurden mir sogar aufgedrängt und haben mein Leben dennoch über lange Zeit stark beeinflußt...

Ich habe nicht das bekommen, was ich mir seit vielen, vielen Jahren dauernd sehnlich herbeiwünsche und millionenfach vorgestellt, imaginiert etc. habe, wie es in all den aufgezählten Wunscherfüllungs- und Positiv-Denken-Büchern steht. Ich habe aber anderes Positives erhalten, das ich absolut nicht mal im Traum erhofft hätte! Einiges wollte ich zunächst gar nicht mal, wußte es jedoch mit der Zeit dann doch zu schätzen.

Ich habe bisher nicht die Krankheiten, Unfälle oder negativen Erlebnisse durchmachen müssen, vor denen ich mich viele Jahre lang gefürchtet habe. Ich habe stattdessen Negatives erfahren, auf das ich überhaupt nicht gefaßt war, von dem ich vorher gar nichts wußte, und von dem ich niemals gedacht hätte, daß ich damit in Berührung kommen würde. Auch bei einigen Verwandten habe ich dieselben Beobachtungen gemacht - manche haben sich ihr Leben lang vor etwas Bestimmen geängstigt und das erzählt, das hingegen nie eintrat; sie starben auch an etwas ganz anderem als sie befürchtet hatten.

Also kann ich auch die Theorie "Nur die Gedanken werden materiell, die durch eine Emotion verlangsamt wurden." nicht bestätigen.

Diese Woche hab ich mir zwei sehr gute Bücher gekauft:

"Positives Denken macht krank" von Günter Scheich. Findet man als e-book (das Kindle-Leseprogramm ist kostenlos über Amazon herunterladbar!): http://www.amazon.de/Positives-Denken-macht-krank-ebook/dp/B006PKM1VK/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1345728730&sr=8-2

Und ""Smile or Die. Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt" von Barbara Ehrenreich" (es derzeit nur in Englisch als Kindle-Version erhältlich, die deutsche Buchversion auf Amazon gibt's hier: http://www.amazon.de/Smile-Ideologie-positiven-Denkens-verdummt/dp/3888976820 )

Ich kann nur davor warnen, offenen Auges in glücks-hormon-vernebelte Wohlgefühle und ins Sich-Selbst-Schönreden abzutauchen und allein durch "Gedankenkraft" Wichtiges im Leben "erschaffen" zu wollen, anstatt sinnvollerweise aktiv zu werden sowie kompetente und wirklich wirksame Hilfe zu suchen. Wacht bitte rechtzeiitg auf, bevor ihr euch unter Druck setzt, mmer und dauernd positiv "sein" zu müssen, obwohl euch unterdrückte negative Gefühle quälen und euch miese Umstände krankmachen - laßt es zu, laßt es raus, geht hin und ändert das, was euch fertigmacht, bevor es euch noch mehr schadet oder euch am Ende noch umbringt.

Und denkt bitte um, bevor ihr euch noch in (schnell unterdrückten) Schuldgefühlen verzehrt so wie jemand, den ich kenne, wenn es in eurem Leben nicht so gut läuft wie manifestiert/herangezogen, weil ihr euch einbildet, daß das ja bedeuten muß, daß ihr "falsch" gedacht/gefühlt/geübt habt.

Und laßt euch schon gar nicht den Quatsch erzählen, daß ihr "selbst schuld" seid, wenn z.B. spirituelle Heilungen bei euch nicht funktionieren, weil ihr nicht genug daran geglaubt hättet... Würde es nämlich funktionieren, würde der entsprechende Heilberufler doch ungeniert behaupten, daß seine eigene Leistung (oder die seiner Helfer, Energien, seiner Methode, etc) den Erfolg bewirkt hätte, und NICHT euer "so wichtiger"/entscheidender Glaube :D Daß die "Schulmedizin" euch nicht helfen kann, wird euch ja wohl auch kein Heilberufler als euer eigenes Glaubens-Versagen auslegen :p

Diese ganze Theorie, was Gedanken etc. alles können sollen, ist es nicht wert, daß ihr daran um den Preis festhaltet, daß ihr nur noch mehr leidet! Denn mehr als eine Theorie ist das ja nicht! Die "Beweise" sind äußerst fragwürdig und die echten Erfolge bisher nur marginal.

Seht euch doch nur die Leute selbst an, die das alles so progieren - wer von ihnen ist wirklich kerngesund, reich (zumindest sorgenfrei wohlhabend), in einer glücklichen Beziehung, erfolgreich und all das andere, was er anderen Leuten gegenüber so enthusiastisch behauptet Wieviel Selbstbetrug steckt da in Wirklichkeit drin? Und wie viel ihres "Erfolges" und Reichtums beruht in Wirklichkeit lediglich darin, hoffnungsvollen Zuhörern und Lesern einzureden, daß sie selbst "alles" zum Positiven wenden / selbst erschaffen könnten, und das natürlich ohne aktive Anstrengung, sondern allein durch das "richtige" Denken und Visualisierungen im kleinen Kämmerchen?

Leider ist nicht alles wahr, was wahr sein "sollte" - und wenn wir uns das noch so sehr wünschen. Das wißt ihr doch selbst, wenn ihr euch die Welt und euer eigenes Leben anseht. Ich wünsche euch daher, daß ihr durch euren vernünftigen Menschenverstand, der euch aus gutem Grund gegeben wurde, euren eigenen Weg finden werdet, um euer Leben zum Positiven zu wenden, anstatt euch von übertriebenen Versprechungen und wohlklingenden Sprüchen, die euch durch ihren Idealismus emotionell berühren, in die Irre führen zu lassen.
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