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About Babaji in Yogananda's "Autobiography of a yogi"

Member
12. March 2013
16:31:32 CET
Babaji erklärt Lahiri Mahasaya den Sinn eines Lebens als Yogi inmitten der Welt:

"»Ein tiefer

Sinn liegt der Tatsache zugrunde, daß du mir in diesem Leben erst jetzt

begegnen konntest, da du bereits durch Familie und Beruf gebunden bist.

Du mußt den Gedanken aufgeben, dich unserem geheimen Kreis im Himalaja

anzuschließen, und statt dessen zu den Menschen der Großstadt

zurückkehren; ihnen sollst du dienen und durch dein Beispiel zeigen,

daß man auch als Familienvater den Weg des Yoga gehen kann.«

»Die Rufe

vieler verirrter Menschen sind bei den großen Meistern nicht ungehört

verhallt«, fuhr er fort. »Du bist dazu



auserwählt worden, zahlreichen

ernsthaften Wahrheitssuchern durch den Kriya-Yoga geistige Labsal zu

bringen. Millionen von Menschen, die durch ihre Familie und

verantwortungsvolle Pflichten gebunden sind, werden durch dich, der du

ebenfalls eine Familie zu versorgen hast, neuen Mut schöpfen. Du mußt

ihnen zu der Erkenntnis verhelfen, daß auch verheiratete Menschen die

Möglichkeit haben, die höchsten Stufen des Yoga zu erklimmen, daß auch

ein in der Welt lebender Yogi Erleuchtung finden kann, wenn er seine

Pflichten gewissenhaft erfüllt und sich von allen eigennützigen

Beweggründen und persönlichen Bindungen frei macht.«

»Für dich ist

es nicht mehr nötig, der Welt zu entsagen, weil du innerlich bereits

von allem Karma befreit bist. Wenn du der Welt auch nicht mehr

angehörst, so mußt du dennoch viele Jahre in ihr verbleiben und

gewissenhaft deine väterlichen, beruflichen, bürgerlichen und geistigen

Pflichten erfüllen. Neue Hoffnung wird in den Herzen der weltlichen

Menschen einkehren, wenn sie am Beispiel deines ausgeglichenen Lebens

sehen, daß es nicht die äußere, sondern die innere Entsagung ist, die

zur höchsten Freiheit führt.«"
Member
14. March 2013
11:17:19 CET
Lahiri Mahasayas Abschied von Babaji ist kein Abschied...

"Als ich am

nächsten Morgen vor meinem Guru niederkniete, um seinen Abschiedssegen

zu empfangen, fühlte er mein tiefes Widerstreben, ihn zu verlassen.



»Für uns gibt

es keine Trennung, mein geliebtes Kind«, sagte er, während er zärtlich

meine Schulter berührte. »Wo du dich auch befinden magst, jedes mal,

wenn du mich rufst, werde ich augenblicklich bei dir sein.«

Wunderbar

getröstet durch dieses Versprechen und unendlich bereichert durch den

wiedergewonnenen göttlichen Wissensschatz schlug ich den Rückweg durch

das Gebirge ein. Im Büro wurde ich freudig von meinen Kollegen begrüßt,

die mich seit zehn Tagen im Dschungel des Himalaja verloren geglaubt

hatten. Kurz darauf traf ein Brief von der Zentrale ein.

»Lahiri soll

nach Danapur zurückkehren«, hieß es darin. »Seine Versetzung nach

Ranikhet war ein Versehen. Ein anderer ist für den Posten in Ranikhet

vorgesehen.«

Ich lächelte,

als ich an die geheimen Gegenströmungen dachte, die hier am Werk

gewesen waren, um mich in diesen abgelegenen Ort Indiens zu führen.



Ehe ich nach

Danapur 11 zurückkehrte,

verbrachte ich einige Tage bei einer bengalischen Familie in Moradabad,

wo mich eine Gruppe von sechs Freunden willkommen hieß. Als ich die

Unterhaltung auf geistige Themen lenkte, machte mein Gastgeber die

finstere Bemerkung:

»Ach was, heutzutage gibt es keine

Heiligen in Indien mehr.«

»Babu«, wandte

ich lebhaft ein, »natürlich gibt es noch große Meister in diesem Land.«



Im Überschwang

der Gefühle ließ ich mich dazu hinreißen, ihnen mein wunderbares

Erlebnis im Himalaja zu erzählen. Die kleine Gesellschaft hörte mir

höflich, aber ungläubig zu.

»Lahiri«, sagte

einer der Männer mit besänftigender Stimme, »die dünne Luft der Berge

hat deinen Geist überanstrengt. Was du uns da erzählt hast, war nichts

als ein Phantasiegebilde.«

Da erwiderte

ich im Feuer der Begeisterung, ohne weiter nachzudenken: »Wenn ich

meinen Guru herbeirufe, wird er sogar hier in diesem Haus erscheinen.«"
Member
15. March 2013
15:54:21 CET
"Nun begann

lebhaftes Interesse in aller Augen aufzuleuchten; kein Wunder, daß

jeder begierig war, eine solche Erscheinung zu sehen. Halb

widerstrebend bat ich um ein ruhiges Zimmer und zwei neue Wolldecken.



»Der Meister

wird sich aus dem Äther materialisieren«, sagte ich. »Bleibt still vor

der Türe stehen, bis ich euch rufe.«

Dann versetzte

ich mich in einen meditativen Zustand und rief demütig meinen Guru

herbei. Sogleich wurde der dunkle Raum von einem milden Glanz erhellt,

und die leuchtende Gestalt Babajis erschien.

»Lahiri, warum

rufst du mich wegen einer solchen Bagatelle herbei?« fragte er mit

strengem Blick. »Die Wahrheit ist für ernsthafte Sucher, nicht für

solche, die nur eitle Neugier bewegt. Es ist leicht, an etwas zu

glauben, was man sieht; jede seelische Suche ist dann überflüssig. Nur

diejenigen, die ihren natürlichen Skeptizismus und ihre

materialistische Einstellung überwinden, verdienen es, die

übernatürliche Wirklichkeit zu schauen.« Und ernst fügte er hinzu: »Laß

mich gehen!«

Da warf ich

mich ihm zu Füßen und flehte ihn an: »Heiliger Guru, ich sehe meinen

schweren Irrtum ein und bitte Euch demütig um Verzeihung. Nur um in

diesen geistig Blinden Glauben zu erwecken, wagte ich Euch

herbeizurufen. Weil Ihr so gnädig auf meine Bitte hin erschienen seid,

geht bitte nicht fort, ohne meine Freunde gesegnet zu haben. Wenn sie

auch ungläubig sind, so waren sie doch zumindest bereit, der Wahrheit

meiner seltsamen Behauptung auf den Grund zu gehen.«

»Nun gut, ich

will für kurze Zeit bleiben, weil ich nicht möchte, daß dein Wort bei

deinen Freunden in Mißkredit gerät«, sagte Babaji mit sanfterer Miene,

fügte aber hinzu: »Von nun an, mein Sohn, werde ich nur noch kommen,

wenn du mich brauchst, und nicht jedes mal, wenn du mich rufst.«"
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17. March 2013
16:02:31 CET
Lahiri Mahasaya erzählt vom glücklichen Ausgang der Episode:

"Gespanntes

Schweigen herrschte in der kleinen Gruppe, als ich die Tür öffnete. Als

ob sie ihren Sinnen nicht trauten, starrten meine Freunde auf die

leuchtende Gestalt, die auf der Decke am Boden saß.

12 Auf dem Weg zum Unendlichen können selbst

erleuchtete Meister wie Lahiri Mahasaya an einem Übermaß von Eifer

leiden und deswegen diszipliniert werden. Aus vielen Stellen der

Bhagavad-Gita geht hervor, daß der göttliche Guru Krishna seinen großen

Jünger Arjuna öfters zurechtwies.



»Das

ist Massenhypnose!« lachte ein Mann laut heraus. »Niemand kann

ohne unser Wissen den Raum betreten haben.«

Da erhob sich

Babaji lächelnd und gab jedem durch einen Wink zu verstehen, das warme,

feste Fleisch seines Körpers zu berühren. Nun fiel jeglicher Zweifel

von meinen Freunden ab, und sie warfen sich, von Ehrfurcht und Reue

überwältigt, vor ihm zu Boden.

»Laßt ein Halua 13 zubereiten«, ordnete Babaji an.

Ich wußte, daß er der Gruppe dadurch einen weiteren Beweis seiner

körperlichen Existenz geben wollte. Während der Brei auf dem Feuer

brodelte, unterhielt sich der göttliche Guru liebenswürdig mit allen.

Erstaunlich war es, wie mit einem Mal aus jedem Saulus ein Paulus

wurde. Nachdem wir gegessen hatten, segnete Babaji nacheinander jeden

einzelnen. Dann sahen wir ein plötzliches Aufleuchten und erlebten die

augenblickliche Entstofflichung seines Körpers, dessen

Elementarteilchen sich in einem nebelhaften Licht auflösten. Durch die

Kraft seines göttlichen Willens hatte der Meister die ätherischen

Atome, die seinen Körper zusammenhielten, freigesetzt, woraufhin die

Myriaden winziger »Biotronen« unmittelbar zu ihrer unendlichen Quelle

zurückkehrten.

»Mit

eigenen Augen habe ich den

Überwinder des Todes gesehen«, sagte einer aus der Gruppe, mit Namen

Maitra 14 , in tiefer Ehrfurcht.

Die Freude über seine soeben erlebte Erweckung hatte sein Gesicht

völlig verwandelt. »Der erhabene Guru spielt mit Zeit und Raum wie ein

Kind mit Seifenblasen. Ich habe jemanden schauen dürfen, der den

Schlüssel zum Himmel und zur Erde besitzt.«

13

Ein dicker Grießpudding, der in Butter gebraten und mit Milch und

Zucker gekocht wird

14 Später wurde er unter dem Namen Maitra

Mahasaya bekannt und erreichte einen hohen Grad der

Selbst-Verwirklichung. Ich (Yogananda) begegnete Maitra Mahasaya, kurz

nachdem ich mein Abitur abgelegt hatte. Zu jener Zeit besuchte er die

Mahamandal-Einsiedelei, in der ich damals wohnte, und erzählte mir von

der Materialisation Babajis in Moradabad. »Als Folge dieses Wunders«,

erklärte er mir, »wurde ich fortan zu einem Jünger Lahiri Mahasayas.«"
Member
18. March 2013
07:54:11 CET
Lahiri Mahasaya erzählt von einer weiteren Begegnung mit Babaji, bei der dieser sein Versprechen wahr macht, immer zu ihm zu kommen, wenn er ihn braucht:

"»Ich war

während eines kurzen Urlaubs zum Kumbha-Mela nach Allahabad gefahren«,

erzählte Lahiri Mahasaya seinen Jüngern. »Als ich durch die Menge der

Mönche und Sadhus schritt, die von weither gekommen waren, um an dem

heiligen Fest teilzunehmen, bemerkte ich einen mit Asche beschmierten

Asketen, der eine Bettelschale in der Hand hielt. Sogleich stieg der

Gedanke in mir auf, daß es sich bei diesem Mann um einen Heuchler

handle, der die äußeren Symbole der Entsagung zur Schau trug, ohne die

entsprechenden inneren Tugenden zu besitzen.

Doch kaum war

ich an dem Asketen vorübergegangen, als mein erstaunter Blick auf

Babaji fiel, der vor einem Klausner mit verfilztem Haar niederkniete.



»Guruji« rief ich, indem ich auf

ihn zueilte, »was tut Ihr hier?«

»Ich

wasche die Füße dieses

Entsagenden und werde dann sein Kochgeschirr reinigen«, sagte Babaji,

indem er mich mit kindlichem Lächeln anblickte. Da wußte ich, was er

mir zu verstehen geben wollte: ich sollte niemanden kritisieren,

sondern Gott im Tempel eines jeden Körpers sehen, ganz gleich, ob es

sich um höher- oder tieferstehende Menschen handelt.

Dann fügte der

große Guru hinzu: »Indem ich weisen und unwissenden Sadhus mit der

gleichen Bereitwilligkeit diene, lerne ich die höchste aller Tugenden,

die Gott mehr als alle anderen schätzt: die Demut.« "
Member
19. March 2013
11:18:10 CET
Auch Sri Yukteswar, der Lehrer Yoganandas und Schüler von Lahiri Mahasaya, hatte Begegnungen mit Babaji. Yogananda erzählt:

"»Meister, seid ihr Babaji jemals begegnet?«

Es war eine

stille Sommernacht in Serampur, als ich neben Sri Yukteswar auf dem

Balkon seiner Einsiedelei saß und diese Frage an ihn stellte. Über uns

funkelten die großen Sterne des Tropenhimmels.

»Ja«, erwiderte

der Meister und lächelte über meine unvermittelte Frage. Dann aber

leuchtete tiefe Ehrfurcht aus seinen Augen, als er fortfuhr: »Dreimal

habe ich den unsterblichen Guru schauen und seinen Segen empfangen

dürfen. Das erste Mal begegnete ich ihm auf einem Kumbha-Mela in

Allahabad.«

Die großen

religiösen Feste (Kumbha-Melas), die seit undenklichen Zeiten in Indien

veranstaltet werden, erfüllen den Zweck, der Menge stets ein geistiges

Ziel vor Augen zu halten. Alle zwölf Jahre kommen dort Millionen

frommer Hindus zusammen, um Tausenden von Sadhus, Swamis, Yogis und

Asketen zu begegnen. Viele von diesen sind Einsiedler, die ihre

abgelegenen Behausungen nur während der Melas

verlassen, um den Menschen der Welt ihren Segen zu erteilen.

»Als ich Babaji

zum ersten Male begegnete, war ich noch kein Swarni«, fuhr Sri

Yukteswar fort. »Ich hatte aber bereits von Lahiri Mahasaya die

Kriya-Einweihung empfangen. Mein Guru schlug mir vor, das Mela, das im

Januar 1894 in Allahabad stattfand, zu besuchen. Ich hatte noch nie ein

Kumbha mitgemacht und war halb betäubt von dem Lärm und dem Gedränge

der Menschen. Obgleich ich überall nach Heiligen Ausschau hielt,

erblickte ich nirgendwo das Antlitz eines erleuchteten Meisters. In der

Nähe einer Brücke, die über den Ganges führte, bemerkte ich einen

Bekannten, der müßig dastand und seine Bettelschale ausstreckte.



»Dieses ganze

Fest ist nichts weiter als ohrenbetäubender Lärm und ein Gewimmel von

Bettlern«, dachte ich enttäuscht. »Ob nicht die abendländischen

Wissenschaftler, die mit großer Geduld Kenntnisse sammeln und der

Menschheit dadurch praktische Dienste leisten, Gott wohlgefälliger sind

als diese Müßiggänger, die sich zwar zur Religion bekennen, aber nur

auf Almosen erpicht sind?«

In diesem

Augenblick wurde ich in meinen kritischen Betrachtungen unterbrochen;

ein hochgewachsener Sannyasi trat auf mich zu und sagte:

»Sir, ein Heiliger möchte Euch

sprechen.«

»Wer ist es?«

»Kommt und seht selbst!«"
Member
20. March 2013
20:43:08 CET
Sri Yukteswar erzählt weiter von der Begegnung mit Babaji:

" Zögernd folgte

ich diesem lakonischen Rat und befand mich bald darauf vor einem Baum,

unter dessen schattigen Zweigen ein Guru im Kreise seiner Jünger saß;

es war in der Tat ein anziehendes Bild. Der Meister - eine ungewöhnlich

strahlende Erscheinung mit dunklen, leuchtenden Augen - erhob sich bei

meinem Kommen und umarmte mich.

»Willkommen, Swamiji!« sagte er

liebevoll.

»Sir, erwiderte ich mit Nachdruck, ich bin kein Swami!«

»Diejenigen,

denen ich auf göttliches Geheiß den Swami-Titel verleihe, weisen ihn

niemals zurück.« Der Heilige sprach diese einfachen Worte mit großer

Überzeugungskraft, und im selben Augenblick fühlte ich mich von seinem

geistigen Segen überflutet. Ich lächelte über meine unerwartete

Erhebung in den alten Mönchsorden

und verneigte mich vor dem zweifellos großen und engelhaften Wesen, das

mir diese Ehre erwiesen hatte.

Babaji - denn

er war es tatsächlich - gab mir durch einen Wink zu verstehen, neben

ihm unter dem Baum Platz zu nehmen. Er war jung und kräftig und sah aus

wie Lahiri Mahasaya. Aber diese Tatsache verwunderte mich nicht weiter,

obgleich ich oft von der außerordentlichen Ähnlichkeit dieser beiden

Meister gehört hatte. Babaji besitzt die Macht, das Aufsteigen eines

bestimmten Gedankens in anderen Menschen zu verhindern. Wahrscheinlich

wollte der große Guru, daß ich vollkommen unbefangen blieb; denn hätte

ich ihn erkannt, wäre ich von Ehrfurcht überwältigt worden."
Member
21. March 2013
16:48:10 CET
Ein Gespräch zwischen Babaji und Sri Yukteswar:

"»Was hältst du vom Kumbha-Mela?«



»Es hat mich

sehr enttäuscht, Sir,« sagte ich, fügte aber sogleich hinzu: »bis zu

dem Augenblick, da ich Euch begegnet bin. Irgendwie passen Heilige und

dieser Trubel nicht zusammen.«

»Kind«, sagte

der Meister, obgleich ich beinahe doppelt so alt schien wie er,

»verurteile nicht das Ganze aufgrund der Unvollkommenheiten vieler.

Alles auf Erden ist miteinander vermengt - wie eine Mischung von Sand

und Zucker. Nimm dir ein Beispiel an der weisen Ameise, die nur den

Zucker sammelt und den Sand unberührt läßt. Wenn auch viele der hier

anwesenden Sadhus noch der Täuschung unterliegen, so wird das Mela

dennoch durch die Gegenwart einiger erleuchteter Meister gesegnet.«



Da ich diesem

erhabenen Meister selber begegnen durfte, stimmte ich ihm eifrig zu.



»Sir«, bemerkte

ich dann, »ich habe an die Wissenschaftler des Abendlands denken

müssen, die weitaus intelligenter sind als die meisten der hier

Anwesenden, aber im fernen Europa und Amerika leben, anderen

Glaubensrichtungen angehören und von der wahren Bedeutung dieser Melas

nichts wissen. Diese könnten durch eine Begegnung mit den indischen

Meistern viel gewinnen. Doch die meisten Abendländer sind trotz ihrer

großen Intelligenz ganz dem Materialismus verfallen. Andere, die sich

auf dem Gebiet der Wissenschaft und Philosophie einen Namen gemacht

haben, erkennen die grundlegende Einheit der Religionen nicht an. Ihre

Glaubensbekenntnisse bilden eine unüberwindliche Schranke, die sie für

immer von uns zu trennen droht.«

»Ich wußte, daß

du an der westlichen Hemisphäre ebenso interessiert bist wie an der

östlichen«, sagte Babaji mit anerkennendem Lächeln. »Auch wußte ich,

daß dein fühlendes Herz mit der ganzen Menschheit mitleidet. Darum habe

ich dich rufen lassen.«"
Member
22. March 2013
08:21:40 CET
Babaji spricht weiter zu Sri Yukteswar:

"»Morgen- und

Abendland müssen einen goldenen Mittelweg finden, der Tatkraft und

Geistigkeit miteinander verbindet«, fuhr er fort. »Indien kann im

Hinblick auf materielle Errungenschaften viel vom Abendland lernen; und

als Gegengabe kann Indien dem Abendland die universellen Yoga-Methoden

schenken, die es diesem ermöglichen, seinen religiösen Glauben

wissenschaftlich zu untermauern.«



»Auch du,

Swamiji, hast in dem kommenden, harmonischen Austausch zwischen Ost und

West eine Rolle zu spielen. In einigen Jahren werde ich dir einen

Jünger senden, den du darauf vorbereiten sollst, den Yoga im Abendland

und in der Neuen Welt zu verbreiten. Die Schwingungen vieler nach

Wahrheit dürstender Seelen kommen von dort wie eine Flut zu mir

herüber. Ich weiß, daß es in Amerika und Europa potentielle Heilige

gibt, die nur darauf warten, erweckt zu werden.«

Als Sri

Yukteswar bei diesem Punkt seiner Erzählung angelangt war, schaute er

mich bedeutsam an.

»Mein Sohn«,

sagte er lächelnd, während das volle Mondlicht auf sein Antlitz fiel,

»du bist der Jünger, den Babaji mir vor vielen Jahren versprochen hat.«



Ich war

glücklich zu hören, daß Babaji meine Schritte zu Sri Yukteswar gelenkt

hatte, konnte mir aber nur schwer vorstellen, daß ich später einmal im

fremden Westen sein sollte - fern von meinem geliebten Guru und dem

friedlichen Leben in der Einsiedelei."
Member
24. March 2013
10:32:42 CET
"»Babaji sprach

dann über die Bhagavad-Gita«, fuhr Sri Yukteswar fort. »Zu meiner

Überraschung gab er mir durch einige anerkennende Worte zu verstehen,

daß er von den Kommentaren wußte, die ich über verschiedene Kapitel der

Gita geschrieben hatte.

Ȇbernimm bitte

noch eine andere Aufgabe, Swamiji«, sagte der große Meister. »Schreibe

ein kurzes Buch über die grundlegende Übereinstimmung zwischen der

christlichen Bibel und den heiligen Schriften des Hinduismus. Ihre

fundamentale Einheit wird heute wegen der konfessionellen Unterschiede

so vieler Menschen verkannt. Du sollst nun durch eine Gegenüberstellung

von Zitaten beweisen, daß alle inspirierten Gottessöhne dieselbe

Wahrheit verkündet haben.«

»Maharaj«, 3

antwortete ich leicht bestürzt, »was für ein Auftrag! Ich weiß nicht,

ob ich in der Lage sein werde, ihn zu erfüllen.«

3

Maharaj = »Großer König« - ein respektvoller Titel



Babaji aber

sagte mit zuversichtlichem Lächeln: »Warum zweifelst du, mein Sohn? Wer

ist es denn, der alle Werke vollbringt? Wer ist es, der in Wirklichkeit

handelt? Alles, was der Herr durch mich aussprechen läßt, wird sich

unweigerlich erfüllen.«

Da verstand

ich, daß ich mit dem Segen des Heiligen auch die nötige Kraft erhalten

würde, und willigte ein, das Buch zu schreiben. Ich fühlte, daß nun der

Augenblick des Abschieds gekommen sei, und erhob mich widerstrebend von

meinem Blättersitz.

»Kennst du

Lahiri?« fragte der Meister. »Er ist eine große Seele, nicht wahr?

Berichte ihm von unserer Begegnung.« Dann vertraute er mir noch eine

Botschaft für Lahiri Mahasaya an.

Als ich mich

zum Abschied demütig vor dem Heiligen verneigte, lächelte er mir gütig

zu. »Wenn dein Buch fertig ist, werde ich dich besuchen« versprach er.

»Bis dahin, leb wohl!«"
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